Andrea Pinz am Schreibtisch ©-Foto-Gabriele-Paar

Pinz | Religionsunterricht will gegen Hass im Netz immunisieren

Leiterin des Interdiözesanen Amtes für Unterricht und Erziehung betont gegenüber „Kathpress“ Befähigung zu Toleranz als ein zentrales Ziel des Religionsunterrichts.

„Hass darf keinen Platz haben, weder in der Gesellschaft, noch im Netz und schon gar nicht im Klassenzimmer. Gerade der Religionsunterricht will junge Menschen zu einem Umgang in der realen und medialen Welt befähigen, der von christlicher Nächstenliebe geprägt ist und sie gegen Hass im Netz immunisieren soll.“ – Das hat die Leiterin des Wiener diözesanen Schulamtes und geschäftsführende Leiterin des Interdiözesanen Amtes für Unterricht und Erziehung, Andrea Pinz, am Montag im Interview mit „Kathpress“ betont.

Die katholische Schulverantwortliche unterstrich in ihrer Stellungnahme die jüngsten Äußerungen von Bildungsminister Heinz Fassmann, der im Ö1-Morgenjournal am Montag davon gesprochen hatte, dass die Schule auf den zunehmenden Hass im Netz reagieren müsse. „Wie geht man adäquat mit dem Mitmenschen um?“ Diese Thematik gehöre fix im Ethikunterricht aber auch in den Lehrplänen in anderen Gegenständen verankert, so Fassmann.

Pinz hob diesbezüglich gegenüber „Kathpress“ hervor, dass die Befähigung zu Toleranz gegenüber Menschen mit unterschiedlichen Überzeugungen ein zentrales Ziel des Religionsunterrichts sei; ebenso etwa auch die Fähigkeit zu ethisch begründeten Urteilen. Es gehe im Religionsunterricht darum, Schülerinnen und Schüler „durch die Auseinandersetzung mit der eigenen konfessionellen und kulturellen Herkunft eine Stärkung der eigenen Identität zu ermöglichen, zu einer reifen und selbstbewussten Persönlichkeit heranzuwachsen und dadurch eine angstfreie Öffnung gegenüber dem Anderen zu erleichtern“.

Im Religionsunterricht würden Kompetenzen erworben, um sachlich begründet und wertschätzend argumentieren zu können und so auch mit Menschen anderer Religionen, Einstellungen und Überzeugungen in Dialog treten zu können. Klar im Religionslehrplan verankert seien „Toleranz und Wertschätzung angesichts der Pluralität von Kulturen und Religionen“. Es gehe darum „die eigene Würde und die Würde der anderen anzuerkennen und zu reflektieren“.

Zu den didaktischen Grundsätzen des Religionsunterrichts zähle zudem auch explizit die Auseinandersetzung mit der Medienwelt der Schülerinnen und der Schüler, so Pinz. Hier würden „Chancen und Gefahren der Medien aufgezeigt und ein verantwortungsbewusster Umgang mit diesen gefördert“.

Quelle: kathpress,13.01.2020

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